gethsemane

G

d u

i c h

a b e r

f a l l e

t r e p p e

a b w ä r t s

g e l ä n d e r

g a b S n i c h t

g a n z u n d g a r

a b G t r e p p e r t

 

spiegelei
aufGschlagen
wieeinbuchamboden
abGschlagenbeimumschlagen
treppenwitzimfreienfallechtimperfekt
klarerfallaberpräsentimmomentweilichGschlecht
neudrumderunfallaberkeinausGfallenersonderfallbeisovielabfall
vielmehrfieldervielenormalfallvielleichteinerfalltüreinfallGfallenamGwe
g

 

 


zungenbrecher


und er schwieg
doch dieses schweigen
war wie krieg
schnitt wie ein schwert
die atemlose luft
in scheiben

kein leises zeichen
und kein spiel
der lippen
ohne heiserkeit
der stumme mund

und die weite dieser stille
füllte aller erde schwere
wie ein grab der spaten füllt
nichts brach
das siegel seiner rede
und wie ein sarg aus sprache
nahm der namenlose tag
sein versagen zum gebet

ein schrei wie hammerschlag
aus tausend götterschmieden
bezwang mit seinem schall
nicht dieses lied

e.s.

 

 

verswunden

ein ereignis brennt und prägt sich ein geht unter die haut wird vermächtnis einer furchtvollen nacht wenn die erinnerung die wachsamen gedanken färbt das klima kühlt ab aus dem leben gerissen verschollen auf kein wiedersehen wohin führt der weg wohin läuft die linie in der hand die nicht das glück verheißt im dunkeln frieren warten vor der verschlossenen tür wie lange schon auf der stelle treten wie lange noch die klingel rühren klopfzeichen geben unablässig ohne antwort und ein morgen abwarten einst wird das wort verzeihen regen ununterbrochene struktur der trauer jedoch etwas zeichnet sich ab im dunkel etwas unheilvolles naht und nährt die angst mit der man allein bleibt unter entstirnten himmeln liegt die verlassenheit dumpf in den straßen wo alles schläft wenn jemand noch laufen würde wo wut und furcht sich verwundet aus dem staub winden und der puls sich an die ewige kälte verschwendet unbarmherzig höhnt die stadt mit ihren leuchtreklamen leere versprechen für eine bessere zeit ein wohlbefinden bleibt aus die spur ist verloren ohne folge die verse die man schreibt

d.m.

 

 


ankunft

liegengelassene Tage
und ein halbierter Mond

von den Fensterbänken
löst sich
ein aufgespartes Blatt
taumelt
trudelt
sinkt
und schwebt

findet Halt auf seiner Stelle
unter Andern aber Gleichen
Runden und Gezähnten
Breiten oder Knappen
Glatten und Verkrümmten

findet Halt
und legt sich aus

t.l.

 

 

limerick

german adjective, english noun
together, for a night on the town.
after much drinking,
says adj. - “i’ve been thinking -
something’s been getting me down…

here we are, out on a bender,
speaking words, loving and tender,
but – like it or not,
we’ve reached a block,
‘cause you won’t show me your gender.

look... how can we ever agree
if you don’t show yourself to me?
i want to be close,
but what matters most
is - do i end in "-es," "-er," or just "-e"?

you see, we germans can find
no rest, and no peace of mind,
until we are able
to draw up a table
of order according to kind.

noun pondered, then came the reply:
"you know what? i think you should try
to forget this tension
of case and declension.
just relax. and stop asking “why?”

in england, we too feel the fear
of grammatical chaos. but here,
when terror attacks
our fragile syntax
we go to the pub, and drink beer.”

w.g.

 

 

Lautkreislauf

Schreie schreie ich in Felswandtälern, schreie ich,
ich schreie in Tälern –

der Klang versickert
oder
kon-den-siert
wird tropf
tropf
tropf
Träne
die ich schlucke, Willkommen! Mein
Schrei in meiner Kehle
Salzig trocken rauh, ach...

Ich will nicht schreien denn
Die Schreie haben keinen Bestand


annekathrin walter


 

stOckwERk

 

Zeitschrift für

literarischen

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